Spiele machen nicht Spaß, weil sie Spiele sind

Moderator München Hamburg Henning Harfst moderiert Game Show

Gamification ist derzeit ein heiß diskutiertes Thema. Doch seit jeher sind interaktive Spiele nicht nur im Internet, sondern auch auf Veranstaltungen zu Hause.

Henning Harfst besuchte hierzu einen Diskussionsabend mit dem Gamification Experten Sebastian Deterding. Die gerne durchgeführten Gewinnspiele sind nicht vom nachhaltigen Erfolgen gekrönt, werden aber immer noch gerne in Veranstaltungen gepflegt. Der Zuschauer will mehr, als nur seine persönlichen Daten in eine Box einwerfen und hoffen. Es geht vielmehr um die Erklärung von Spielregeln, bei denen der Zuschauer aktiviert und fokussiert wird, als Gesprächspartner auf Augenhöhe respektiert wird. Ohne Regeln kann es kein Spiel geben und letztendlich auch keine Improvisation. Grundprinzipien eines guten Spiels sind: Feedback bekommen. Ziele setzen. Wettbewerb schaffen. Belohnen. Was macht Spaß? Um Raph Koster zu zitieren: „Spaß ist ein anderes Wort für lernen.“ Damit sich Menschen entfalten können, braucht es einen geschützten Raum, Unterstützung der Freiwilligkeit. Eine Kultur des Vertrauens und Vergebens. Wenn möglich sollte der Spieler sich selber Ziele setzen können und Aktionen aussuchen dürfen, in denen er sich probieren kann. Die Schwierigkeit sollte zwischen Unter- und Überforderung liegen. Nur so kann der Spieler bei Lernerfolgen Spiel-Spaß empfinden.  In unserem Spiel des Lebens sind Leid, Schmerz und das Scheitern die perfekten Lehrer. Diese Elemente finden sich auch alle in gut gemachten Spielen wieder. Nehmen wir unser Schicksal offenen Auges an, sind wir Helden. Gamification ist also gar nicht so spielerisch wie wir glauben. Lassen Sie also in Zukunft schnöde Gewinnspiele auf Ihren Veranstaltungen weg. Es wird nicht nachhaltig honoriert und wirkt einfallslos.

Vertiefende Infos und Literatur unter http://realityisbroken.org/